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BOS-Funk

Um die Kommunikation und die Alarmierung zwischen Leitstellen und Rettungsmitteln sicherzustellen, wurden in Deutschland einheitliche Richtlinien für die Einrichtung des BOS-Funks (BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) eingeführt. In diesem Artikel zeige ich die zwei vorherrschenden Systeme auf, erläutere ihre  Vor- und Nachteile und gebe einen Ausblick in die Zukunft des BOS-Funks in Deutschland. Außerdem werde ich den Aufbau der Funkrufnamen und die Umsetzung des Funks in der Simulation anreißen.

Zu Beginn klären wir erstmal die Frage, was genau eigentlich der BOS-Funk ist. Der BOS-Funk umfasst mehrere Funkkanäle, die nur für BOS-Einheiten zugänglich sind, um einen sicheren und störungsfreien Funkbetrieb aller Bedarfsträger der BOS zu gewährleisten. Hierfür wurde vom Innenministerium eine allgemeine Richtlinie für alle Städte und Kreise in Deutschland erlassen (Mehr zum Thema). In Deutschland gibt es aktuell zwei vorherrschende Systeme des Funks: den analogen und den digitalen Funk.

 

Das analoge Funksystem ist aktuell noch das größte ausgebaute Funknetz für BOS in Deutschland. Es ist je nach Anwendung in drei Bereiche gegliedert:

Die Längenangaben beschreiben jeweils die Wellenlänge der Funkwellen.

 

Die Übermittlung des Funkverkehrs wird mittels Trägerwellen realisiert und besitzt keine Verschlüsselung und ist daher nicht abhörsicher. Außerdem können alle Nutzer des Funkkanals sämtliche Gespräche mithören. Eine technische Beschränkung des Teilnehmerkreises ist somit nicht möglich. Oft erfolgt auch  über diese analogen Kanäle die Alarmierungen der Rettungskräfte, wobei der Sprechfunkkanal für die Dauer der Alarmierung für alle Teilnehmer nicht zugänglich ist, was zur Folge hat, dass Lagemeldungen und Nachalarmierungen zeitlich verzögert übermittelt werden. Dieses System wurde in den 1980er Jahren in Deutschland zum einheitlichen Funksystem ernannt. Seit 1990 gibt es Bemühungen das analoge Funknetz durch das digitale TETRA-Netz zu ersetzten. Bis Ende 2014 soll Deutschland flächendeckend mit diesem Funknetz ausgestattet sein und damit das analoge Funken ersetzten.

 

Im digitalen BOS-Funk im TETRA-Netz werden alle Gespräche über ein digitales Funknetz übertragen. Dieses System wird schon häufig im Ausland genutzt. Beispiele hierfür sind Frankreich und die Niederlande, die dieses System schon einige Jahre mit Erfolg betreiben. Vorteil des TETRA-Funks ist, dass der Funk durch Verschlüsselungen abhörsicher ist. Außerdem können die Teilnehmerkreise des Funks festgelegt werden, sodass sich die Teilnehmer nicht untereinander behindern. Ein weiterer Vorteil ist die verbesserte Gesprächsqualität, die durch Rausch- und Umfeldstörgeräuschefilter erreicht wird.

 

Eine Übersicht mit mehr Vor- und Nachteilen der Systeme findet ihr hier.

 

Unabhängig von dem genutzten Funksystem sind die Funkrufnamen. Jedem Teilnehmer des Funks ist ein Funkrufname zugeordnet, der eine eindeutige Identifizierung des Einsatzmittels ermöglicht. Hierfür wurde im Jahr 1979 ein einheitliches System zur Erstellung von Funkrufnamen entwickelt, welches noch heute flächendeckend angewendet wird. Ein Funkrufname besteht in der Regel aus drei Komponenten:

  • Kennwort der Behörde oder Organisation
  • Kennung des Einsatzbereiches (Ortskennung)
  • taktische Kennziffer

 

Am Beispiel der Drehleiter der Feuerwehr Osnabrück verdeutlicht:

  1. Kennwort der Behörde. In diesem Fall gehört das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr an und bekommt somit das Kennwort Florian für Feuerwehr.
  2. Kennung des Einsatzbereiches. Das Fahrzeug ist in Osnabrück stationiert und erhält daher die Ortskennung Osnabrück.
  3. taktische Kennziffer. Die taktische Kennziffer besteht immer aus drei Komponenten:
    1. Standort. In unserem Beispiel handelt es sich um die erste Drehleiter der Berufsfeuerwehr Osnabrück. Der Wache wurde die Standortskennung 1 zugewiesen und daher bekommt auch der Funkrufname die Standortkennung 1.
    2. Art der Funkstelle bzw. des Fahrzeugs. In unserem Fall ist es eine Drehleiter, die nach dem niedersächsischem Funkrufnamen die Kennziffer 30 zugewiesen bekommt.
    3. Fortlaufende Nummer zur Unterscheidung mehrerer identischer Einsatzfahrzeuge und Funkstellen an einem Standort. Es handelt sich in unserem Beispiel um die erste Drehleiter, deshalb wird ihr die Nummer 1 zugewiesen. Die zweite baugleiche Drehleiter würde in diesem Fall die 2 als Kennziffer erhalten.

 

Somit ergibt sich der Funkrufname Florian Osnabrück 1-30-1. Mit dieser Adresse kann das Fahrzeug eindeutig identifiziert werden.

 

Diese Art von Funkrufnamen ist ein Beispiel, wie es in Niedersachsen häufig Verwendung findet. Die Kennung der Organisation und die Kennung des Einsatzbereiches sind deutschlandweit einheitlich, jedoch gibt es bei der taktischen Kennziffer regionale Unterschiede. Je nach Bundesland kann es komplett eigene Systeme der taktischen Kennziffer geben.

 

Die Simulation enthält den Funkbetrieb zwischen Leitstelle und Einsatzort bzw. Einsatzmitteln. Dabei kommen eine Spracherkennung und eine Sprachausgabe zum Einsatz, die die jeweiligen Funkgespräche zwischen Leitstellen und Einsatzmitteln simuliert. Alternativ wird eine Textausgabe, die das Funken ersetzt, angeboten. Welches Funksystem in der nachgebildeten Leitstelle benutzt wird, ist in der Simulation unwesentlich, da zur Abbildung des Sprechfunks keine technischen Rahmenbedingungen der Funksysteme vorausgesetzt sind. So können sowohl analoge als auch digitale Funkkanäle nachgebildet werden. Die Funkrufnamen sind auch frei nach regionalen Gegebenheiten zuweisbar. Somit können nahezu alle Leitstellen in Deutschland nachgebildet werden.

 

Da dies ein relativ umfangreicher Artikel zum Thema BOS-Funk ist, stehe ich bei Fragen gerne zur Verfügung. Ihr könnt über das Kontaktformular, im Forum oder direkt in den Kommentaren eure Fragen zum Thema stellen.

 

Beitragsbild © Mattes
 

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